Rund um das Thema EVP – Spirit Hunters Germany®
Donnerstag, Dezember 14, 2017
Spirit Hunters Germany®

Rund um das Thema EVP

Was bedeutet EVP? EVP kommt aus dem englischen und bedeutet „Electronic Voice Phenomenon (Mehrzahl Phenomena)“ auf Deutsch „Elektronisches Stimmenphänomen/e“, also Stimmen von Verstorbenen, die mit Hilfe von Tonbandgeräten oder Diktiergeräten aufgenommen werden und anders als Real Time / Echtzeit EVP’s, für das menschliche Ohr nicht direkt hörbar sind.

Das menschliche Gehör nimmt Frequenzen von 20Hz – 20.000Hz wahr. Frequenzen unterhalb von 20Hz werden auch als Infraschall bezeichnet und dieser ist nicht hörbar, man kann ihn nur spüren, was mitunter sehr unangenehm sein kann. Ich habe schon so oft gehört, dass man bei der EVP Aufzeichnung Infraschall mit einem Diktiergerät hörbar machen kann, was schlichtweg falsch ist, zumindest nicht beim Menschen. Elefanten, Blauwale oder Giraffen können Infraschall wahrnehmen, Menschen aber nicht. Der Hauptsprachbereich bzw. Bereich des optimalen Hörens des Menschen liegt im Frequenzbereich von 500 Hz – 3.000 Hz, der komplette Frequenzbereich der menschlichen Stimme mit Obertönen liegt zwischen 80Hz – 12.000Hz. Das bedeutet, dass die meisten EVP in diesem Bereich vorkommen. Ein Mensch mit einem Hörverlust im Hochtonbereich wird also Probleme haben, hochfrequente EVP wahrzunehmen und zu verstehen.  Was ich damit eigentlich sagen möchte ist, dass wir selbst nur EVP hören können, die im Hauptsprachbereich liegen und wir ggf. technische Mittel benötigen, um andere Bereiche hörbar zu machen, zum Beispiel durch Frequenzverschiebung in den hörbaren Bereich. (Wird in Hörgeräten oft eingesetzt)

Wir nutzen Diktiergeräte, die wir vorher neutral oder auch breitbandig schalten, d.h. alle Filter und Rauschunterdrückungen ausschalten, damit wir möglichst viele Frequenzen aufnehmen können. Am besten  führt man eine EVP Session in absoluter Ruhe durch, aber man hat meistens auch während der Untersuchung ein Diktiergerät mitlaufen und hier können durch die Teilnehmer verschiedene Geräusche wie Schritte, Atemgeräusche, Bauchgeräusche, Rascheln von Kleidung etc. entstehen. Bei der jeweiligen Örtlichkeit muss man auch das Umfeld beachten. Große, hohe Räume neigen dazu, sehr hallig zu sein und durch den Hall kann Sprache anders wiedergegeben werden. Ganz ohne Physik geht es eben nicht.

Eine andere Methode ist der Einsatz von ITC (Instrumentelle Transkommunikation) Geräten, wie Spirit Box, Raudive Diode etc., die mit Hilfe von Radiofrequenzen ein weißes Rauschen erzeugen, mit dessen Hilfe sich die „Wesenheiten“ ebenfalls mitteilen können. Ganz unumstritten ist diese Methode allerdings nicht, da oftmals Radiosequenzen eingespielt und falsch interpretiert werden können. Wir werten hier auch nur die Antworten aus, die plausibel zur Fragestellung sind. Es gibt im Prinzip eine Vielzahl an Einspielmethoden, wie o.g. das Radio, wobei einige hier auf die „Jürgensonwelle“ schwören (Mittelwelle ca. 1458 kHz). Man muss einfach schauen, welches Medium das beste ist. Wir würden hier aber zu weit in die Transkommunikation abdriften, weshalb wir uns auf das Wesentliche beschränken wollen.

Was heißt das nun für die Auswertung? Nun, Hintergrundgeräusche liegen sehr oft im tieffrequenten Bereich und haben die Eigenschaft, Sprache bzw. hohe Frequenzen zu verdecken, man spricht hier auf von „Aufwärtsmaskierung“. Gerade bei vielen Umgebungsgeräuschen empfiehlt es sich daher, mit einem geeigneten Programm einen High Pass Filter über die Audiodatei zu legen, um die tieffrequenten Anteile zu dämpfen und hohe Frequenzen passieren zu lassen, um den Hochtonbereich mehr anzuheben. (Oder Frequenzverschiebung siehe oben). Aber nun genug aus dem Bereich der Physik und der Akustik. Mit der Zeit entwickelt man auch ein Gehör dafür, in welchem Frequenzbereich sich ein EVP befindet. Anke ist Hörgeräteakustikmeisterin und seit 19 Jahren in der Akustik tätig, weshalb sie sich die EVP Analyse und Auswertung zur Hauptaufgabe gemacht hat.


EVP Klassen

EVP lassen sich anhand ihrer Qualität in verschiedene Klassen einteilen:

  • Real Time EVP:
    Echt-Zeit EVP sind sehr selten, aber nicht unmöglich. Hierbei handelt es sich um Stimmen von Verstorbenen, die wir direkt mit dem Ohr wahrnehmen können und die auch später auf dem Diktiergerät aufgezeichnet wurden. Dies ist natürlich, wie auch Klasse A EVP, der Wunsch eines jeden Paranormalermittlers.
  • Klasse A:
    Diese EVP sind laut und deutlich zu hören bzw. zu verstehen und können ohne jede Nachbearbeitung wiedergegeben werden.
  • Klasse B:
    Die meisten EVP fallen in diese Klasse. Sie sind nicht so deutlich und verständlich, wie ein Klasse A EVP. Sie benötigen meist eine gewisse Nachbearbeitung und Verstärkung, um sie deutlicher zu machen.
  • Klasse C:
    Die niedrigste EVP Klasse. Auch mit Hilfe von Nachbearbeitung und Verstärkung sind diese EVP nicht immer deutlich zu machen und geben dadurch oft Grund zu Spekulationen.